Der ehemalige Schweizer Profi-Tennisspieler Marc-Andrea Hüsler hat im Sommer 2026 im Alter von 30 Jahren seinen Rücktritt vom Profitennis erklärt. In einem ausführlichen Interview blickt er auf seine Karriere zurück, spricht über das Leben auf der Tour und schlägt ein neues Kapitel als Wirtschaftsstudent ein.

Von den Junioren in die Top 50

Hüsler ist der erfolgreichste Schweizer Spieler seiner Generation nach Roger Federer und Stan Wawrinka. Er schaffte es bis auf Platz 47 der Weltrangliste, gewann 2022 das ATP-250-Turnier in Sofia und feierte insgesamt sieben Titel auf der Challenger-Tour. Zudem war er in 13 Davis-Cup-Begegnungen im Einsatz. Rückblickend ist er vor allem stolz darauf, das Maximum aus seinen Möglichkeiten herausgeholt zu haben – insbesondere, da er im Gegensatz zu manchen Konkurrenten zuerst seine Ausbildung (Matura) abgeschlossen hatte. Auf dem Weg sammelte er unvergessliche Erinnerungen, darunter Turniere in Australien und Mexiko sowie emotionale Team-Momente im Davis Cup.

Die Vorzüge und Lasten des Schweizer Tenniserbes

Auf die Frage, ob es ein Vorteil war, aus dem Land von Roger Federer und Stan Wawrinka zu stammen, antwortet Hüsler klar: Es sei ein unbezahlbarer Luxus gewesen, die Idole im Fernsehen zu sehen und später sogar mit ihnen zu trainieren. Von beiden konnte er enorm viel lernen, auch wenn sie ganz unterschiedlich tickten. Als Nachteil nannte er lediglich die hohen Erwartungen der Öffentlichkeit. Zum aktuellen Nachwuchs in der Schweiz merkt er an, dass Schweizer Talente es dank der guten Absicherung im Heimatland oft verdammt bequem haben, während Spieler aus ärmeren oder kriegsgebeutelten Regionen durch den existenzielle Druck noch einmal ganz andere Leistungsreserven anapfen.

Der Übergang ins Zivilleben

Nach zehn Jahren im Profizirkus, in denen er dank solider Rücklagen und sparsamer Haushaltsführung gut gewirtschaftet hat, widmet sich Hüsler nun neuen Ufern. Er hat ein breites Wirtschaftsstudium an einer Fernfachhochschule begonnen. Die Erfahrungen aus dem Spitzensport – Disziplin, der Umgang mit Kritik, Rückschlägen und Unsicherheiten – will er nun in der Geschäftswelt einsetzen.
Den vollständigen Originalartikel von Simon Graf lesen Sie bei der NZZ (Neuen Zürcher Zeitung).